Fliegerhorst Laage, 27.August 2019:

Gespräch mit Jan Gloystein
Stellvertretender Kommodore Taktisches Luftwaffengeschwader 73

Ein Traum vieler Kolleginnen/Kollegen ging nicht in Erfüllung: Mitfliegen im Eurofighter. Wir mussten am Boden bleiben und kriegten dennoch ein gutes Gefühl für die Herausforderung Kampfjet-Fliegen. Jeder, der wollte, konnte nämlich unter Anleitung einen "Full-Mission"-Flugsimulator ausprobieren. Mir selbst war danach ein bisschen schwindelig; hatte mich der Instrukteur im schwarzen "Men-In-Black"-Overall doch einen Looping drehen lassen.
Laage ist Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff". Am 24. Juni waren zum ersten Mal überhaupt in Deutschland zwei Eurofighter zusammengestoßen und abgestürzt. Dabei kam einer der beiden Piloten ums Leben. Die Mitglieder des Presseclubs haben einen Luftwaffenstützpunkt in Trauer erlebt. Die Soldaten waren immer noch sichtlich erschüttert und betroffen. Oberstleutnant Pattrick Reich sagte: "Es ist, als wäre ein Familienmitglied gestorben." Zur Ursache des Unfalls: " No comment!" Verständlich, denn die zuständigen Behörden ermitteln noch.
Aufschlussreich und interessant war auch das Gespräch mit dem stellvertretenden Leiter des Geschwaders, Jan Gloystein. Eigentlich hat die Luftwaffe schon seit langem den Ruf, nicht genügend Fluggerät einsatzfähig zu haben. Das hat sich etwas verbessert. Nun hat Gloystein ein ganz anderes Problem: "Mir fehlen die Piloten." Der Luftwaffe geht der Nachwuchs aus, weil viele Interessenten über die Negativmeldungen von der Luftwaffe abgeschreckt worden waren oder angezogen von den guten Gehältern in der Zivilluftfahrt. Das "Aufwuchsproblem" (Gloystein) wird sich, den Eindruck hatten wir, so schnell nicht lösen lassen.

Am Abend noch ein weiteres Highlight. Das Gespräch "Unter Drei" mit dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz. Die Zusatzinformationen, die er uns im Hintergrund mit auf den Weg gab, rundeten das Gesamtbild über den Zustand der Luftwaffe ab.

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